Bereits vor mehr als 100 Jahren wurde im Land
Südtirol schon an die Nachhaltigkeit von
Windenergie gedacht. Zeitzeuge dafür
ist ein um das Jahr 1900
angefertigtes Windrad im Pustertal, italienisch
Val Pusteria, welches mit der gewonnenen Energie
die nahegelegene Kehlburg versorgte.
Das Windrad in Gais: Dieses
historische Kulturgut befindet sich auf einer
Kuppe mitten im Wald in der Nähe der
Kehlburg in
Gais am Eingang ins
Tauferer Ahrntal und wurde im 21.
Jahrhundert aus dem Dornröschenschlaf erweckt.
Jetzt dreht sich dieses auf 1.250 Metern gebaute
Rad im Rhythmus des Windes wieder, so laut, dass
man es sogar unten im Tal ächzen hört. Südtiroler Strompioniere
versorgten mit dieser 15 bis 20 Meter hohen
feingliedrigen Konstruktion die Kehlburg im
Pustertal mit Energie. Die
heutigen Besitzer dieses technischen
Kulturdenkmals sind Gotthard und Werner Seeber.
Die Ruinen der Kehlburg im Pustertal
Die Kehlburg selbst stammt aus dem 12.
Jahrhundert. Um 1545 wurde das Anwesen an
Hans von Rost verliehen, dessen
Umbau auch heute noch gut erkennbar ist. Im Jahr
1891 kaufte der Weihbischof von Kaschu
die Kehlburg, der einige Bereiche modernisierte
und damit in Konkurs geriet. 1944 war ein großes Schicksalsjahr
für diese idyllische Burg in den Pustertaler
Wäldern. Die Kehlburg wurde von einem
Feuer heimgesucht und ist seitdem dem
Verfall ausgesetzt. Auch von
der, seinerzeit üppig mit hochwertigen
Kunstobjekten ausgestatteten, Kapelle sind seit
1964 nur mehr die nackten Mauern übrig. Bei den
damaligen Sprengstoffanschlägen in Südtirol
wurde die Kapelle aufgebrochen.
Wandertipp zur Kehlburg
Über den Wanderweg Nr. 2 sind
die Ruinen und das Windrad Kehlburg von Gais aus
erreichbar. Zuerst führt der Pfad durch einen
Wald, anschließend über Wiesen mit Bauernhöfen.
Insgesamt beträgt die Gehzeit etwa eine
Stunde.